Anleger müssen sich nicht mit der schlechten wirtschaftlichen Lage und drohenden Verlusten abfinden
Suezmax Tanker Flottenfonds II - König & Cie. Renditefonds 44
KAP-Rechtsanwälte, München
Der Suezmax Tanker Flottenfonds II ist so konstruiert, dass sich Anleger darüber an vier einzelnen Kommanditgesellschaften beteiligen konnten. Bei den Gesellschaften handelt es sich um Schiffsfonds die jeweils einen Rohöl-Doppelhüllentanker der Suezmax-Klasse (MT "Cape Bastia", MT "Cape Bonny", MT "Cape Bari" und MT "Cape Brindisi") erworben haben und betreiben. Anbieter des Beteiligungsangebotes ist die König & Cie. GmbH & Co. KG. Als Treuhänder fungiert die König & Cie. Treuhand GmbH.
Seit 2009 haben die Anleger aufgrund der zwischenzeitlich eingetretenen wirtschaftlichen Schieflage keine Ausschüttungen mehr erhalten. Von den Verantwortlichen wird dies mit schlechten wirtschaftlichen Rahmenfaktoren für Schiffsfonds begründet. Es spricht aber vieles dafür, dass die Schieflage Ihren Ursprung nicht in den schlechten wirtschaftlichen Rahmenfaktoren hat, sondern sozusagen "hausgemacht" ist.Bei dem Beteiligungsangebot an den vier Schiffsfonds handelt es sich um Unternehmensbeteiligungen an geschlossenen Fonds des "Grauen Kapitalmarktes" mit hohen (Verlust-) Risiken. Als treuhänderische Kommanditisten tragen die Anleger insbesondere das typische Unternehmerrisiko bis hin zum Totalverlustrisiko der Einlagebeträge.Dabei wurden bereits zu Beginn sehr hohe so genannte Weichkosten von den Initiatoren, Hintermännern und Gründungsgesellschaftern (über 28 % des Kommanditkapitals inkl. Agio) abgeschöpft, die nicht für wertbildende Investitionen zur Verfügung standen. Diese Kosten müssen zunächst von den Schiffsfonds wieder hereingewirtschaftet werden, bis überhaupt eine Rendite für die Anleger erwirtschaftet werden konnte.
Daneben erhält die König & Cie. einen jährlichen Gewinnvorab von 12,5 % (die Quote kann sich bis zu 25 % erhöhen), durch den die Renditeerwartungen der Anleger zusätzlich erheblich geschmälert werden. Mit dieser immensen Kostenbelastung und dem hohen Gewinnvorab war es unserer Ansicht nach wirtschaftlich von Anfang an unrealistisch die prognostizierten Renditen (durchschnittlich 8,4 % p.a.) für die Anleger zu erwirtschaften. Unserer Auffassung nach weist auch der Prospekt unter anderem bezüglich der Weichkosten erhebliche Prospektfehler auf.
Durch die Schilderungen der Beratung durch die von uns vertretenen Anleger haben wir mehrfach Anhaltspunkte für eine Haftung der Berater bzw. Vermittler und auch der Initiatoren und Gründungsgesellschafter gegenüber den Anlegern auf Schadensersatz gefunden.Die riskanten Schiffsbeteiligungen wurden den von uns vertretenen Anlegern oft von den Beratern bzw. Vermittlern als sichere Anlagen beispielsweise im Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung, zum Vermögensaufbau oder gar Altersvorsorge, häufig zusammen mit einer Fremdfinanzierung, empfohlen. Diese spekulativen Unternehmensbeteiligungen mit hohen (Verlust-)Risiken eigenen sich aber gerade nicht als sichere Anlagen, erst recht nicht zusammen mit einer Fremdfinanzierung. Zudem war es nach unseren Erkenntnissen aufgrund der hohen Kostenbelastung und dem Gewinnvorab wirtschaftlich von Anfang an unrealistisch die prognostizierten Renditen für die Anleger zu erwirtschaften.
Autor: Anja Appelt - www.kap.recht.de
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